KBV Frisch weg Wiesedermeer


Boeln mit dem Zylinder 

     Bosseln mit Zylinder.jpg
Im Dorf ist Beerdigung.Es gibt noch keine Friedhofskapelle und auch keine Teetafel im heutigen Sinn.
Auf dem Rckweg kommt mann an der Gastst채te Kleihauer vorbei. Die Trger und einige Mnner aus dem Dorf wollen noch ein Bier trinken und kehren in die Gastwirtschaft ein. Jeder gibt eine Runde aus. An das
Nachhausgehen denkt noch niemand.

Sie wollen noch einige Runden boeln. Das geht auch im schwarzem Anzug und mit Zylinder. Auf dem damaligen "Boelpad",der ziemlich schmal ist, wird geworfen. Es ging vielleicht um einige Runden Schnaps, so genau wei man es heute nicht mehr.

Als sie wieder in der nhe der Gastwirtschaft ankommen, soll der Boel angehalten werden. Aber einen "Boelkraber" hat niemand dabei. Von hinten wird gerufen: "Anhalten, anhalten.....!"
Der vordere Mann denkt: Womit denn nur? Doch er hat ja seinen Zylinder auf dem Kopf. Da pat doch genau ein Boel  hinein. Gesagt, getan: Den Zylinder vom Kopf, der Boel kommt angerollt und trifft genau in die Kopfbedeckung.
Das hat geklappt! Er sieht in den Zylinder hinein. Doch statt ein Boels ist riesengroes Loch im Zylinder.
Seine Augen glauben nicht, was er sieht. Der Boel rollt weiter auf dem Weg. Alle anderen freuen sich und lachen herzhaft. Wie heit es doch so schn in dem Sprichwort: " wer den Schaden hat, braucht fr den Spott nicht zu sorgen."
Der Mann hat bestimmt bei der nchsten Beerdigung keinen Zylinder getragen, denn die waren auch frher schon recht teuer.

von Gesine Habben (1999)

Entstehung und Grndung einer Damenmannschaft

Am 22. Juli 1985 wurde die Damenmannschaft des Klootschieer- und Boelervereins "Frisch weg" in einer Mitgliederversammlung gegrndet. Der Auslser dieser Grndung der Damenmannschaft war die Teilnahme am Auswerfen des "Poppe-Pokals" in Mggenkrug.
Die Werferinnen Helga Habben, Karina Ahlrichs, Maike Mhlena, Ulrike Tammen und Petra Reiners bildeten damals die erste Damenmannschaft. Als erste Frauenwartin wurde Karin Decker gew채hlt.
Durch groes Interesse der Damen wuchs die weibliche Mitgliederzahl sehr schnell, so dass bereits im Herbst 1985 die erste weibliche Teilnahme an den Vereinsmeisterschaften stattfand.
Den ersten Titel als Vereinsmeister erreichte Helga Brunen.

Zur Punktspiel-Saison 1985/1986 wurde eine 5er-Staffel im Kreisverband Friedeburg gemeldet.
1987/1988 und 1989/1990 wurde die Damenmannschaft Kreismeister in der B-Staffel.

1992/1993 errang die Damenmannschaft erneut den Meistertitel in der Kreisklasse Frauen I.
Im Jubilumsjahr 1999 konnten drei Frauen-Mannschaften des KBV "Frisch weg" Wiesedermeer aktiv an den Punktspielen im Kreisverband Friedeburg teilnehmen. Neben den guten Plazierungen der Frauen-I-und Frauen-III-Mannschaft gelang es der Frauen-II-Mannschaft, den Meistertitel des Kreisverbandes Friedeburg zu holen.

VON MARLIS BUHR(1999)

Johann Behrends - Ein Frderer des Heimatgedankens

Noch ein Name machte den KBV "Frisch weg" zu etwas Besonderem: Johann Behrends.


Johann Behrends war seinerzeit im gesamten oldenburgisch-ost-friesischen Raum als besonders guter Klootschieer bekannt und auch geschtzt.
Im Jahre 1907 machte er im Alter von nur 20 Jahren das erste Mal von sich reden. Das Klootschieen war bis ins hohe Alter seine groe Leidenschaft geblieben. Bis 1934 war er als aktiver Werfer ttig und vertrat die Farben Ostfrieslands im Klootschieen.
ber 60 Jahre gehrte der in Wiesedermeer Geborene dem Friesischen Klootschieerverband an. Jahrzehntelang war er im Landesverband Ostfriesland als stellvertretender Vorsitzender ttig.

"Schwein gehabt"

Im Dorf ist Auktion. Lke Behrends gibt die Schweinezucht auf. Die Auktion auf seinem Hof wird vom Auktionator Johann Ihnen aus Wittmund geleitet. Es sind viele Kufer da. Die Schweine lassen sich gut verkaufen. Nur ein Schwein bleibt brig. Es ist zu mager, und so bleibt es allein im Stall zurck. Nun kommt der gemtliche Teil der Auktion. Es gibt Bier und Schnaps. Viele Wiesedermeerer Boler sind auch anwesend.
Irgend jemand hat pltzlich die Idee, der Auktionator knne fr unseren Verein das letzte Schwein stiften. Zum Winterfest soll es geschlachtet werden, wenn es fett gefttert worden ist. Johann Ihnen ist zu dieser Zeit FKV-Vorsitzender, und Boeln ist sein halbes Leben. So l癌t er sich leicht berreden. Eine Bedingung stellt Herr Ihnen: Die beiden Schinken sollen getrocknet werden und fr seine Familie bestimmt sein. Das gestiftete Schwein wird also noch einige Zeit weiter gefttert. Dann werden Johann Habben und Heinz Abels berredet, das Schwein zu schlachten. Ich muss alles vorbereiten. Das Wasser wird in groen Einkochtpfen gekocht. Das Schwein wird gewogen und bringt gute 500 Pfund auf die Waage. Im Viehanhnger wird es zu uns gebracht. Jetzt wird geschlachtet. Einige Vereinsmitglieder helfen ein bichen dabei. Nach dem Schlachten kommen immer mehr Leute ins Haus. In unserer Milchkammer wird jetzt wieder Wasser gekocht, diesmal aber fr Grog. Wie viele Flaschen Rum gebraucht wurden und wie viele Glser zu Bruch gingen, wei ich heute nicht mehr. Unsere Milchkammer ist fast zu klein, aber "Raum ist in der kleinsten Htte". Wir haben viel Spa! Am nchsten Tag geht es weiter. Das Schwein muss zerlegt werden. Dazu kommen viele Helfer. Ein Teil des Schweines wird vom Koch Fritz Buss abgeholt. Es wird am nchsten Tag fr das Essen im Vereinslokal gebraucht. Das andere Teil ist fr die Tombola bestimmt. Nach dem Zerlegen soll es abends Snirtje-Braten geben, zur Belohnung fr die viele Arbeit. Es kommen immer mehr Gste, ich muss immer weiter braten. Gerda Grohs muss Kartoffeln und Zwiebeln schlen. Auktionator Johann Ihnen kommt auch. Er will sehen, wie die Schinken geschnitten werden. Damit sind wir aber nicht einverstanden, denn allzu gro sollen sie ja nicht ausfallen. So mssen Johann Ihnen und einige andere zu seiner Gesellschaft in unserer Kche Platz nehmen und werden reichlich mit Grog versorgt. Dann gibt es Essen. Alle langen krftig zu.
Die Kche wird derweil aufgerumt unter Anweisung von unseren Tchtern. Nach dem Essen mssen wir weiterarbeiten, denn es muss noch Wurst gemacht werden. Zuerst ist die Mettwurst dran. Der Kopf wird gekocht. Daraus machen Luise Abels und ich Leberwurst, Rotwurst und Slze. Gerda Grohs und Mathilde
Behrends helfen uns. Auch die beiden Schlachter packen krftig mit an. Heimlich schmcken wir Frauen jetzt das Auto von Johann Ihnen. Am Griff der Beifahrertr knoten wir einen aufgepusteten Mettwurstdarm fest. Damit fuhr Johann Ihnen am nchsten Tag zu einer Treibjagd. Als die Jger ihn darauf aufmerksam machten, hat er uns sicher im Geheimen verflucht: "Dat knnt nur de Wiesdermeerers don hm." Als letztes an diesem Abend haben wir die Slze in den Grogglsern probiert. Das war lustig .. . Wir haben noch oft von diesem Schweinschlachten gesprochen! Die Schinken wurden bei Arend Kahler getrocknet und spter nach Wittmund zu Familie Ihnen gebracht. Alle Helfer fuhren mit. Bei Ihnens wurden wir bestens bewirtet. Wir danken Johann Ihnen fr das gespendete Schwein!

von Gesine Habben









Seite zuletzt geändert am: 22.07.2007, 15:09 von Johann Kruse
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